Was kann man im Mai ins Gewächshaus pflanzen? Der praktische Leitfaden für Österreich

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Der Mai ist einer der wichtigsten Monate für alle, die ein Gewächshaus im Garten haben. Die Tage werden länger, die Sonne wird stärker und der Boden erwärmt sich langsam. Gerade in Österreich, wo das Wetter im Frühling je nach Region sehr unterschiedlich sein kann, bietet ein Gewächshaus einen großen Vorteil.

Es schützt junge Pflanzen vor kalten Nächten, Wind, starkem Regen und plötzlichen Wetterumschwüngen. Außerdem können Sie viele Gemüsearten früher pflanzen als im Freiland. Dadurch beginnt die Gartensaison im Gewächshaus oft zwei bis drei Wochen früher.

Wussten Sie, dass Sie bei guter Pflege die ersten Tomaten aus dem Gewächshaus oft schon im Juni ernten können? Genau deshalb ist der Mai der richtige Zeitpunkt, um die Bepflanzung gut zu planen.

Wichtig ist aber: Nicht alles sollte gleichzeitig gepflanzt werden. Einige Pflanzen können schon Anfang Mai ins Gewächshaus, empfindliche wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Paprika, Chili und Melanzani sollten besser erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Sie im Mai ins Gewächshaus pflanzen können, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie Sie Ihr Gewächshaus optimal nutzen.

Die Temperatur entscheidet

Beim Pflanzen im Gewächshaus im Mai ist die wichtigste Regel einfach: Nicht nur auf den Kalender schauen, sondern auf die Temperatur.

Der Mai kann in Österreich sehr unterschiedlich sein. In Wien, Niederösterreich, der Steiermark oder im Burgenland ist es oft früher warm. In Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten oder in höheren Lagen können die Nächte aber noch deutlich kühler sein.

Ein Gewächshaus speichert zwar Wärme, aber auch dort kann es nachts noch zu kalt für empfindliche Pflanzen werden. Besonders Tomaten, Paprika, Chili und Melanzani brauchen stabile Wärme. Werden sie zu früh gepflanzt, wachsen sie langsamer, bilden schwächere Wurzeln und können später weniger Ertrag bringen.

Bei einem unbeheizten Gewächshaus ist es sinnvoll zu warten, bis die Nachttemperaturen im Gewächshaus stabil über etwa 10 °C liegen. Für wärmeliebende Pflanzen sollte auch der Boden ausreichend warm sein, idealerweise etwa 15 °C.

Ein einfacher Tipp: Stellen Sie ein Thermometer ins Gewächshaus. Kontrollieren Sie die Temperatur morgens und abends, nicht nur mittags. Gerade die Morgentemperatur zeigt, ob die Pflanzen die Nacht gut überstehen.

Auch die Bodentemperatur ist wichtig. Die Luft wird im Gewächshaus schnell warm, der Boden braucht aber länger. Wenn die Erde noch zu kalt ist, entwickeln sich junge Pflanzen langsamer.

Was kann Anfang Mai ins Gewächshaus?

Anfang Mai eignen sich vor allem Pflanzen, die etwas kühlere Bedingungen gut vertragen. Dazu gehören Salat, Spinat, Mangold, Radieschen und andere Blattgemüse. Diese Kulturen wachsen schnell, brauchen wenig Platz und können gut zwischen größere Pflanzen gesetzt werden.

Wenn das Gewächshaus bereits gut erwärmt ist, können auch Gurken und Zucchini Anfang bis Mitte Mai gepflanzt werden. Hier ist aber Vorsicht sinnvoll: Beide mögen Wärme. Wenn die Nächte noch kalt sind, besser einige Tage warten oder die jungen Pflanzen nachts zusätzlich mit Gartenvlies schützen.

Basilikum ist eine sehr gute Begleitpflanze für Tomaten, reagiert aber empfindlich auf Kälte. In einem warmen Gewächshaus kann Basilikum bereits in der ersten Maihälfte gepflanzt werden. Sicherer ist es jedoch nach Mitte Mai.

Pflanze Zeitpunkt im Mai Empfohlene Bodentemperatur
Salat ab Anfang Mai ab ca. 8 °C
Spinat ab Anfang Mai ab ca. 8 °C
Mangold ab Anfang Mai ab ca. 8 °C
Radieschen ab Anfang Mai ab ca. 8 °C
Gurken Anfang bis Mitte Mai, wenn warm genug ca. 12–15 °C
Zucchini Anfang bis Mitte Mai, wenn warm genug ca. 12–15 °C
Basilikum im warmen Gewächshaus oder nach Mitte Mai ab ca. 12 °C

Wichtig: Füllen Sie das Gewächshaus nicht zu früh vollständig. Lassen Sie genügend Platz für die Hauptkulturen des Sommers: Tomaten, Gurken, Paprika, Chili und Melanzani. Schnell wachsende Pflanzen wie Salat, Spinat oder Radieschen können an den Rand oder zwischen die Reihen gesetzt werden. Sie werden meist geerntet, bevor die größeren Pflanzen mehr Platz brauchen.

Was pflanzt man nach den Eisheiligen?

In Österreich orientieren sich viele Gärtnerinnen und Gärtner an den Eisheiligen Mitte Mai. Traditionell gelten die Tage um den 11. bis 15. Mai als letzte kritische Phase für kalte Nächte und Spätfrost.

Natürlich ist das Wetter jedes Jahr anders. Trotzdem ist diese Regel sehr praktisch: Mit empfindlichen Pflanzen sollte man nicht zu früh starten.

Nach den Eisheiligen ist es in einem unbeheizten Gewächshaus meist sicherer, Tomaten, Paprika, Chili, Gurken und Melanzani zu pflanzen. Die Erde ist dann wärmer, die Nächte sind stabiler und die Pflanzen wachsen schneller an.

Empfohlener Pflanzkalender für die zweite Maihälfte:

Pflanze Bester Zeitpunkt im Mai Hinweis
Tomaten nach den Eisheiligen brauchen Stütze und regelmäßige Lüftung
Paprika nach Mitte Mai mögen warme Erde und gleichmäßige Feuchtigkeit
Chili nach Mitte Mai ideal im wärmsten Bereich des Gewächshauses
Melanzani nach Mitte Mai brauchen besonders viel Wärme
Gurken ab Mitte Mai am besten an einer Rankhilfe ziehen
Basilikum nach Mitte Mai sehr gut neben Tomaten

Achten Sie bei Tomaten auf ausreichend Abstand. Zu enges Pflanzen ist einer der häufigsten Fehler im Gewächshaus. Pflanzen brauchen Luft, sonst sammelt sich Feuchtigkeit und das Risiko für Krankheiten steigt.

Für Tomaten ist je nach Sorte ein Abstand von etwa 45–60 cm sinnvoll. Hohe Sorten sollten direkt beim Pflanzen eine Stütze bekommen. Später ist es schwieriger, Stäbe oder Schnüre anzubringen, ohne Wurzeln oder Stängel zu beschädigen.

Paprika und Chili können etwas dichter gesetzt werden, brauchen aber ebenfalls genug Platz für Luftzirkulation und Pflege.

Pflege des Gewächshauses im Mai

Im Mai geht es nicht nur ums Pflanzen. Die richtige Pflege des Gewächshauses ist genauso wichtig.

Die Temperaturunterschiede können im Mai groß sein. Morgens ist es kühl, mittags kann es im Gewächshaus sehr warm werden. Deshalb ist regelmäßiges Lüften entscheidend.

An sonnigen Tagen sollten Türen oder Fenster schon am Morgen geöffnet werden, besonders wenn Sie das Haus verlassen. Ein geschlossenes Gewächshaus kann sich sehr schnell aufheizen. Das stresst junge Pflanzen, trocknet die Erde aus und erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist besonders bei Tomaten problematisch. Feuchte Blätter und schlechte Luftzirkulation fördern Pilzkrankheiten. Gießen Sie deshalb möglichst direkt an der Erde und nicht über die Blätter.

Die wichtigsten Regeln für den Mai:

Aufgabe Empfehlung
Lüften an sonnigen Tagen morgens öffnen
Gießen direkt am Boden, am besten morgens
Temperatur längere Überhitzung über ca. 25–28 °C vermeiden
Luftfeuchtigkeit dauerhaft feuchte Luft vermeiden
Mulchen Stroh, Rasenschnitt oder anderes Mulchmaterial verwenden
Rankhilfe Tomaten und Gurken rechtzeitig anbinden

Mulchen ist im Gewächshaus besonders nützlich. Es hält die Feuchtigkeit im Boden, reduziert Temperaturschwankungen und verhindert, dass beim Gießen Erde auf die unteren Blätter spritzt. Das ist bei Tomaten wichtig, weil gerade die unteren Blätter oft zuerst Probleme bekommen.

Sehr praktisch sind auch automatische Fensteröffner. Sie öffnen sich abhängig von der Temperatur und helfen, Überhitzung zu vermeiden, auch wenn niemand zu Hause ist.

Gute Nachbarn im Gewächshaus

Im Gewächshaus ist Platz wertvoll. Deshalb lohnt es sich, die Pflanzen sinnvoll zu kombinieren. Gute Nachbarschaften helfen, den Raum besser zu nutzen und die Pflege einfacher zu machen.

Eine der bekanntesten Kombinationen ist Tomate und Basilikum. Basilikum braucht wenig Platz, liebt Wärme und passt sehr gut an den Rand der Tomatenreihe. Außerdem ist es praktisch für die Küche.

Zwischen Paprika-Reihen kann Salat gepflanzt werden. Salat wächst schnell und wird geerntet, bevor die Paprika mehr Platz benötigt. Auch Radieschen, Spinat und Mangold eignen sich gut für Randbereiche.

Gurken sollten im Gewächshaus möglichst an einer Rankhilfe wachsen. So sparen Sie Platz und verbessern die Luftzirkulation. Am Fuß der Gurkenpflanzen können Salat oder Basilikum wachsen, solange sie genug Licht bekommen.

Hauptpflanze Gute Nachbarn Hinweis
Tomaten Basilikum, Salat, Zwiebeln gute Lüftung beachten
Paprika Salat, Basilikum, Mangold nicht zu dicht pflanzen
Gurken Salat, Basilikum Rankhilfe empfohlen
Chili Basilikum, niedriger Salat warmer Standort ideal
Melanzani Basilikum, Salat brauchen viel Wärme

Wichtig ist, dass das Gewächshaus luftig bleibt. Mehr Pflanzen bedeuten nicht automatisch mehr Ernte. Wenn Pflanzen zu dicht stehen, wird die Pflege schwieriger und das Krankheitsrisiko steigt.

Warum ein Polycarbonat-Gewächshaus im Mai besonders praktisch ist

Gerade im Mai zeigen sich die Vorteile eines Gewächshauses sehr deutlich. Das Wetter kann schnell wechseln: Sonne, Wind, Regen, kalte Nächte oder sogar Hagel. Junge Pflanzen sind in dieser Phase besonders empfindlich.

Ein Polycarbonat-Gewächshaus ist für österreichische Bedingungen sehr praktisch. Polycarbonat hilft, Wärme zu speichern, sodass die Temperatur im Gewächshaus nachts stabiler bleibt als im Freien. Gleichzeitig verteilt das Material das Licht gleichmäßiger. Dadurch bekommen Pflanzen helles, aber weicheres Licht.

Das ist besonders nach dem Auspflanzen wichtig. Junge Tomaten-, Paprika- und Gurkenpflanzen brauchen viel Licht, können aber durch starke direkte Sonne gestresst werden. Diffuses Licht unterstützt ein gleichmäßigeres Wachstum.

Die wichtigsten Vorteile im Mai:

  • Schutz vor kalten Nächten;
  • Schutz vor Wind und starkem Regen;
  • geringeres Risiko bei Hagel;
  • schnellere Erwärmung des Innenraums;
  • stabilere Bedingungen für Jungpflanzen;
  • früherer Start in die Saison;
  • längere Erntezeit im Herbst.

Ein richtig genutztes Gewächshaus hilft nicht nur im Frühling. Es verlängert die Gartensaison auch im Herbst. Sie können früher starten und später ernten.

Empfohlene Größen für österreichische Gärten:
Für einen kleineren Familiengarten reicht oft ein Gewächshaus mit 2 m oder 2,4 m Breite. Wer Tomaten, Gurken und Paprika bequem anbauen möchte, ist mit 3 × 4 m oder 3 × 6 m meist besser bedient. In windigen Lagen oder offenen Grundstücken empfiehlt sich eine stärkere Konstruktion.

Beispiel für die Bepflanzung eines Gewächshauses im Mai

Bei einem Gewächshaus von ca. 3 × 4 m können Sie den Platz sehr gut nutzen.

Bereich im Gewächshaus Bepflanzung
Eine Seite Tomaten mit Stütze
Andere Seite Paprika, Chili, Melanzani
Hinterer Bereich Gurken an Netz oder Schnur
Beetränder Salat, Basilikum, Radieschen
Zwischenräume schnell wachsendes Blattgemüse

So nutzen Sie den Raum in der Höhe und in der Breite. Tomaten und Gurken wachsen nach oben, Paprika und Melanzani nutzen den mittleren Bereich, Salat und Basilikum füllen die Ränder.

Lassen Sie trotzdem einen guten Durchgang frei. Wenn das Gewächshaus zu voll ist, wird das Gießen schwieriger, die Luftzirkulation schlechter und das Risiko für Krankheiten größer.

Häufige Fehler beim Pflanzen im Mai

Viele Fehler im Gewächshaus wiederholen sich jedes Jahr.

Der erste Fehler ist zu frühes Pflanzen wärmeliebender Kulturen. Ein warmer Tag bedeutet nicht automatisch, dass auch Nächte und Boden schon warm genug sind.

Der zweite Fehler ist zu wenig Lüftung. Ein geschlossenes Gewächshaus kann sich schnell überhitzen. Gleichzeitig steigt die Luftfeuchtigkeit.

Der dritte Fehler ist zu dichter Pflanzabstand. Mehr Pflanzen bedeuten nicht immer mehr Ertrag. Wenn Pflanzen zu eng stehen, werden sie schwächer und anfälliger für Krankheiten.

Der vierte Fehler ist Gießen über die Blätter. Im Gewächshaus ist es besser, direkt an der Wurzel zu gießen.

Der fünfte Fehler ist Pflanzen ohne Plan. Zeichnen Sie vor dem Pflanzen eine einfache Skizze. So nutzen Sie den Platz besser und vermeiden später ein zu dichtes Gewächshaus.

Kurzer Pflanzkalender für Mai

Zeitraum Was pflanzen?
1.–10. Mai Salat, Spinat, Mangold, Radieschen, eventuell Gurken und Zucchini im warmen Gewächshaus
10.–15. Mai Vorbereitung für Tomaten und Paprika, vorsichtiges Pflanzen von Gurken
Nach den Eisheiligen Tomaten, Paprika, Chili, Melanzani, Basilikum
Ende Mai zusätzliche Kräuter, Salat, Basilikum und freie Stellen auffüllen

Fazit

Der Mai ist der ideale Monat für den Start der Hauptsaison im Gewächshaus. Anfang Mai eignen sich Salat, Spinat, Mangold und Radieschen. Nach den Eisheiligen können in den meisten Regionen Österreichs Tomaten, Paprika, Chili, Melanzani, Gurken und Basilikum ins unbeheizte Gewächshaus.

Wichtig ist, die Temperatur zu beobachten, regelmäßig zu lüften und nicht zu dicht zu pflanzen. Ein gut geplantes Gewächshaus bringt frühere Ernten, gesündere Pflanzen und besseren Schutz vor unbeständigem Frühlingswetter.

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